voll geilheit duftendes purpur,
pure lüsternheit, konfrontierende lebendigkeit,
hexenhafte verführungsaugen,
unschuldig wie ein kind.
was? wie?
nichts ist klar,
nichts ist wahr,
nur mehr das rot,
denn
rot ist der tod wo das leben entspringt
und alles von neuem beginnt.
text von eva bauer zu margaretas bildern...
02 2002
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eine der hauptaufgaben der kunst ist es,
erkenntnis zu gewinnen und diese form des kunstwerkes der welt zugänglich
zu machen. auch wenn die welt meist ignorant ist; mit einer verzögerung
akzeptiert sie diese form der erkenntnis, ja sie macht sich diese
dann - für den künstler oft zu spät - wie selbstverständlich
zu eigen.
kunst schaffe hat mit erschaffen zu tun. der künstler ist
schöpfer. er lässt im wortsinne neue welten entstehen.
welten, die es vorher nicht gegeben hat, die aber mit dem zeitpunkt
ihrer erschaffung unsere bewusstheit, unsere erkenntnis, unsere
welt erweitern. aktuelle kunst ist oft auch eine neue sprache mit
deren hilfe existenzielle fragen neu, das heißt zeitgerecht
beantwortet werden. setzt sich diese neue sprache durch, gehört
sie zum repertoire der künstlerischen ausdrucksformen.
freilich geht es nicht nur um die sprache, es geht auch um intensität.
kunst hat ja nichts mit oberfläche zu tun. es geht um substanz,
verdichtung, geistiges eindringen, um eigenschaften, die mehr erspürt
als benannt werden können; um wahrhaftigkeit jedenfalls, dieses
richtig muss es sein, eigenschaften, die sich nicht messen und wägen
lassen.
es geht um intensität, um neue, individuelle ausdrucksmittel
und um ein vertikales eindringen; um neue zeichen und um tiefe der
empfindung. alles, was da packt und fasziniert, was nachdenklich
oder auch angst macht, was uns bedroht, was uns jedenfalls neugierig
hinsschauen lässt, verführt uns in die richtige richtung.
wir werden verleitet, uns in neuen welten umzusehen. vorsichtig
manchmal, auch befremdet - neues ist immer befremdlich - auf jeden
fall aber immer mit der chance auf belohnung. belohnung für
die fragen: was passiert hier? was will die kunst? was macht sie
mit mir?
die bereitschaft neugierig zu sein, neugierig auf fremdes, ungekanntes,
diese bereitschaft ist die vielleicht wesentlichste.
wir sollten sie nützen.
herbert giese
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